Bioidentische Hormone

 

Hormone sind entscheidend für unser Leben und unsere Lebensqualität

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Hormone haben einen überragenden Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Physiologischerweise sinken die Spiegel der u.g. peripheren Hormone mit zunehmendem Alter. Bekannt sind v.a. die sog. Wechseljahresbeschwerden bei Frauen (Menopause). Aber auch Männer können darunter leiden (Andropause oder Klimakterium virile). Z.T. finden wir aber auch bei jüngeren oder jungen Patienten massiv erniedrigte Spiegel. Diese Mängel können diverse körperliche und psychische Symptome hervorrufen. Glücklicherweise können wir heute Mängel einfach messen. Der Ersatz erfolgt in der richtigen Balance - ausschließlich mit bio-identischen Hormonen.

 

Hormone der Hirnanhangdrüse (Steuerhormone):

•  LH (luteinisierendes Hormon)
•  FSH (follikelstimulierendes Hormon)
•  TSH (thyreoidstimulierendes Hormon)
•  Prolaktin
werden bei Fruchtbarkeitsstörungen und zur Beurteilung der Wechseljahre bestimmt. Frauen und Männer weisen die gleichen Hormone auf- allerdings in unterschiedlicher Gewichtung.

 

Östrogene: wir unterscheiden

•  Östradiol (E2) - das wirksame Östrogen
•  Östron (E1) - das Speicheröstrogen
•  Östriol (E3) - das Schleimhautöstrogen - schützt vor hormonabhängigen Tumoren

Symptome eines Mangels:! Hitzewallungen
•  Schlafstörungen
•  Depressivität
•  Müdigkeit
•  Gelenk- und Muskelschmerzen
•  trockene Haut und Scheidentrockenheit, trockene Augen
•  faltige Haut
•  gehäufte Harnwegsinfekte
•  Libidoverlust
•  kognitive Störungen
•  Nervosität
•  Bluthochdruck
•  diffuser Haarausfall
•  erhöhtes Osteoporoserisiko

Bioidentische Östrogene schützen Haut und Schleimhäute und damit auch die Blase vor Infektionen, hemmen den Knochenabbau, erhöhen die Elastizität der Blutgefäße u.v.m. Therapeutisch muss beim Ausgleich eines Östrogenmangels auf die Balance mit Progesteron geachtet werden. Auch vor der Menopause kann ein Östrogenmangel auftreten, v.a. durch stressreiche Lebensbedingungen. Diese führen zunächst zu einer vermehrten Cortisolproduktion in den Nebennieren. Im weiteren Verlauf tritt dann ein Cortisolmangel auf, die sog. Nebennierenschwäche (s.u.).

Männer können ebenfalls unter einem Östrogenmangel leiden
Bei übergewichtigen Männern ist aber oft das Gegenteil der Fall: sie weisen zu hohe Östrogenspiegel auf, da Östrogene auch im Fettgewebe gebildet werden.

Östrogendominanz
Immer häufiger leiden Menschen unter einer sog. „Östrogendominanz“. Eine Ursache besteht in der extremen Zunahme von Xenoöstrogenen. Dies sind östrogenartig wirkende Umweltgifte aus Herbiziden oder Pestiziden, aus Weichmachern in Kunsststoffen..., die sich in Nahrungsmitteln (Plastik), Kosmetika und Parfums, Kleidung etc. wiederfinden. Sie sind hochgefährlich und eine der Ursachen für hormonabhängige Tumore und die besorgniserregende Abnahme fertiler Spermien. Es genügen bereits geringste Mengen (Pikogramm), um eine Dysbalance der Hormone hervorzurufen.

Die guten und die schlechten Östrogene:
E1 und E2 (nicht E3) werden in unterschiedliche Abbauprodukte verstoffwechselt, die jeweils krebshemmend oder krebsfördernd wirken können (auf Brust, Eierstöcke und Prostata). Diese Metabolite können im Urin gemessen werden. Bei ungünstiger Verstoffwechslung werden diätetische Maßnahmen empfohlen sowie bestimmte pflanzliche Präparate und Vitamine empfohlen, die dann die Umwandlung in ungefährliche Östrogenabbauprodukte fördern.

 

Progesteron:

ist nicht nur in der Schwangerschaft wichtig, sondern hat vielfältige Auswirkungen – auch außerhalb des Genitalbereiches –  auf die körperliche und psychische Gesundheit bei Frauen als auch bei Männern. Bioidentisches Progesteron (nicht Gestagen!) hat positive Wirkungen auf Knochenstabilität und Hautalterung, auf Herz und Blutgefäße (Arteriosklerose), auf das gesamte Nervensystem und die Hirnfunktionen, es wirkt beruhigend, antidepressiv und angstlösend, lindert stressbedingte Symptome und kann vor Brust- und Gebärmutterkrebs schützen.

Symptome eines Mangels:
•  Zyklusunregelmäßigkeiten
•  Prämenstruelles Syndrom
•  Wassereinlagerungen
•  Zysten in Brust u./o. Eierstöcken
•  Uterusmyome
•  Depressivität
•  Angstattacken
•  Schlafstörungen
•  Gelenkbeschwerden

Progesteron schützt die Hirnzellen, hält Haut und Schleimhäute elastisch, verbessert die Schilddrüsenfuktion und schützt auch die Nervenscheiden bei Multipler Sklerose. Auch bei jungen Frauen kann es bei fehlendem Eisprung zu einem Progesteronmangel und damit zu einer relativen „Östrogendominanz“ kommen. In diesen Fällen kann ein transdermaler Ersatz in Form von Gel Abhilfe schaffen. Beim Mann hemmt Progesteron die Enzyme 5-alpha-Reduktase und Aromatase und hilft somit, normale Testosteronspiegel zu erhalten.

 

 

DHEA: der Superstar unter den Hormonen

wird v.a. bei Stress und altersbedingtem Leistungseinbruch eingesetzt. Es aktiviert das Immunsystem und schützt die Körperzellen vor freien Radikalen.

Symptome eines Mangels:
•  Vitalitätsstörungen
•  Schlafstörungen
•  Gewichtszunahme
•  erektile Dysfunktion
•  Libidomangel (bei Männern und Frauen)
•  Kollagenabbau
•  mangelnde Immunabwehr

DHEA beugt Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Es reduziert das Körperfett und verbessert den Energielevel. Bei Autoimmunerkrankungen verlangsamt es die Autoantikörperbildung und kann deshalb effektiv eingesetzt werden.

 

 

Testosteron: wichtig für Spermatogenese, Muskelkraft und Leistungsfähigkeit

Symptome eines Mangels
•  Muskelschwund
•  zunehmendes Körperfett
•  Osteoporose
•  Libidoverlust
•  Depressivität und Reizbarkeit
•  Erschöpfung
•  Ängstlichkeit
•  mangelnder Antrieb
•  verminderte Leistungsfähigkeit
•  Schlafstörungen
•  Gynäkomasie bei Männern...

Auch bei Frauen spielt Testosteron eine wichtige Rolle. Ein Mangel führt zu sexueller Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und depressiver Verstimmung, ein zu hoher Testosteronspiegel zum sog. PCO-Syndrom.

 

 

Pregnenolon:

wird auch als das „Mutterhormon“ bezeichnet, da es die Vorläufersubstanz für weitere o.g. Hormone ist. Besonders hoch konzentriert findet sich Pregnenolon im Gehirn. Die Konzentration ist dort 5mal höher als im Blut. Bei Mangel kann eine Substitution die Konzentrations- und Gedächtnisleistung wieder verbessern. Vermutlich schützt Pregnenolon auch vor altersbedingten Hirnfunktionsstörungen und Demenz. Pregnenolon ist ein Marker für die sog. „Mitochondriale Dysfunktion“. In diesen Fällen finden wir auch bei jungen Patienten erschreckend niedrige Spiegel.

Symptome eines Mangels:
•  Müdigkeit
•  Minderung der körperlichen Leistungsfähigkeit
•  Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
•  Gelenk- und Muskelschmerzen
•  Autoimmunerkrankungen
•  Neurodegenerative Erkrankungen
•  Depressive Verstimmung

Pregnenolon beschleunigt die Heilung von Nervenschäden. Es ist präventiv bei Frauen mit PMS, Endometriose und Mastopathie einsetzbar. Als Creme aufgetragen, verbessert Pregnenolon die Hauttextur.

 

 

Cortisol: das „Stresshormon“ 

Es wird in der Nebenniere produziert und ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Unter Dauerstress chronisch erhöhte Spiegel schädigen u.a. Immunsystem, Schilddrüsenfunktion und Gehirnfunktionen. Bei anhaltendem Dauerbelastungen kann die Cortisolproduktion einbrechen und zu chronischer Erschöpfung führen (adrenal fatigue). Die Cortisolproduktion weist eine ausgeprägte Tagesrhythmik auf. Deshalb wird eine Nebennierenschwäche durch ein Cortisoltagesprofil diagnostiziert.

Symptome eines Mangels: 
•  schwere Erschöpfungszustände
•  Autoimmunerkrankungen
•  Allergien
•  niedrige Körpertemperatur
•  erhöhte Entzündungsbereitschaft

 

Serotonin: das „ Glückshormon“

Serotonn ist ein Gewebshormon und Neurotransmitter. Es kommt unter anderem im Zentralen Nervensystem, im Nervensystem des Darms, im Herz-Kreislauf-System und in den Blutplättchen vor.

Symptome eines Mangels: 
•  Depressivität
•  Angst- und Zwangsstörungen, Aggressivität
•  Schlafstörungen und seltene nächtliche Träume
•  Suchtverhalten, Übergewicht, Vorliebe für Süßes
•  Migräne
•  Fibromyalgie-ähnl. Schmerzen
•  Prämenstruelles Syndrom
•  Reizdarm
•  nachlassendes Kurzzeitgedächtnis
•  Herzinsuffizienz
•  Osteoporose
•  verzögerte Wundheilung

Serotonin kann nicht direkt, sondern durch seine Vorstufe 5-HTP ersetzt werden.

 


Melatonin: viel mehr als nur ein „Schlafhormon“

Es synchronisiert das Schlaf-Wach-Verhalten, schützt die Zellen vor schädlichen Radikalen (als eines der stärksten Antioxidantien), stimuliert das Immunsystem (v.a. die zur Krebsabwehr wichtigen Natürlichen Killer-Zellen), schützt das Herz, hilft bei Stressregulierung, stimuliert die Produktion von Wachstumshormon und senkt den Augeninnendruck. Melatonin schützt auch vor den negativen Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung. Durch die Abnahme des Melatoninspiegels wird der Alterungsprozess beschleunigt, die Anfälligkeit für verschiedene Erkrankungen steigt an.

Symptome eines Mangels: 
•  Müdigkeit
•  Schlafstörungen
•  Depressivität
•  Infektanfälligkeit
•  kognitive Störungen...

 


Hormonersatztherapie mit bioidentischen Hormonen

Alle Hormone wirken zusammen wie in einem Orchester und beeinflussen sich gegenseitig. Nur bei bestimmten Indikationen macht es Sinn, einzelne Hormone zu geben. Bei langfristiger Substitution müssen sie in ihrer Gesamtheit gemessen und kontrolliert werden. Die Hormonersatztherapie (HRT) kam um die Jahrtausendwende berechtigterweise durch die Ergebnisse der WHI-Studie in Verruf. Durch den Einsatz synthetischer Östrogene und Gestagene (synthet. Progesteron), die ausschließlich oral und in sehr hoher Dosierung gegeben wurden, kam es zu einem erhöhten Auftreten von Thombosen und Brustkrebs. Zudem wurden v.a. ältere Frauen behandelt, deren Blutgefäße bereits arteriosklerotisch verändert waren.

Heute therapieren wir anders:
Wir ersetzen einen Mangel (=Substitution) durch körperidentische Hormone. Wenn Folgendes beachtet wird, ist die HRT sehr gut verträglich und risikoarm: 

1. Diagnose eines Mangels
2. Verwendung von bioidentischen Hormonen zur Substitution, z.B. Gabe von Östrogen (17ß-Estradiol) nur transdermal, d.h. als Gel oder Spray, um eine Leberbelastung zu vermeiden (nicht oral) Gabe von Progesteron (nicht Gestagen) als Gel oder Kapsel
3. Individuelle Dosierung und Vermeidung zu hoher, unphysiologischer Wirkspiegel durch
4. Kontrollmessungen
5. Beachtung von Kontraindikationen